Stand: 24. Oktober 2026. Im Zweifel lieber einmal zu früh anrufen als einmal zu spät.

Kurzantwort: Wenn Sie auf Phishing hereingefallen sind, zählt in den ersten Minuten dreierlei:

  1. Das betroffene Gerät vom Netzwerk trennen, nichts löschen oder neu installieren.
  2. Von einem sauberen Gerät Passwörter ändern und alle Anmeldungen beenden.
  3. IT-Betreuung und, falls Geld oder Zahlungsdaten betroffen sind, sofort die Bank informieren.

Danach folgen technische Prüfung, Klärung der Meldepflichten und Dokumentation. Systemhaus.IT unterstützt Arztpraxen, Kanzleien und anspruchsvolle Unternehmen in Berlin, Potsdam und Brandenburg, bundesweit per Fernbetreuung. Termine nach Vereinbarung, bei akuten Vorfällen bitte direkt anrufen. Wir sind nicht die preiswerte IT, sondern die verlässliche.

Systemhaus.IT Berlin: im Zentrum am Adenauerplatz und Kurfürstendamm, Wilmersdorf/Charlottenburg, Brandenburgische Str. 38, 10707 Berlin (Termine nur nach Vereinbarung)

Systemhaus.IT Falkensee: im Zentrum von Falkensee (Havelland), direkt am Bahnhof, Poststr. 26, 14612 Falkensee, mit Shop und Werkstatt-Annahme (Termine nur nach Vereinbarung)

Dieser Moment, in dem es einem heiß wird

Eine Mail, die ganz normal aussah. Ein Absender, den Sie kennen. Sie haben geklickt, vielleicht sogar ein Passwort eingegeben. Dann dieses Gefühl im Magen: Das war falsch. Sie sind damit nicht allein und nicht „dumm". Heutige Phishing-Mails sind sauber formuliert und auf ihr Opfer zugeschnitten. Entscheidend ist, was Sie in der nächsten Stunde tun.

Auf Phishing reingefallen: Die ersten 60 Minuten

  1. Ruhig bleiben, nicht trödeln. Je früher Sie handeln, desto kleiner bleibt der Schaden.
  2. Gerät vom Netz trennen. WLAN aus, Kabel ziehen. Nichts löschen, nichts neu installieren, nicht aufräumen. Das vernichtet Spuren.
  3. Passwörter ändern, aber nicht vom betroffenen Gerät. Nutzen Sie ein sauberes Gerät. Zuerst das betroffene Konto, dann E-Mail, dann Bank, Cloud, Hosting, Domain und CMS. Zwei-Faktor-Anmeldung aktivieren, alle Sitzungen abmelden.
  4. E-Mail-Konto prüfen. Angreifer legen gern stille Weiterleitungen und Regeln an. Kontrollieren Sie Weiterleitungen, Posteingangsregeln, verbundene Apps und angemeldete Geräte.
  5. Bank informieren, wenn Geld oder Zahlungsdaten im Spiel sind. Bei Karten hilft der Sperr-Notruf 116 116 oder die Sperrnummer Ihrer Bank.
  6. IT-Betreuung einschalten. Schildern Sie: Was wurde angeklickt oder eingegeben, wann, auf welchem Gerät? Die Mail bitte aufheben oder per Screenshot sichern.
  7. Alles dokumentieren: Uhrzeit, Absender, Link, Betroffene. Das hilft später Versicherung, Datenschutz und Polizei.

Was genau haben Sie getan?

  • Nur geklickt: Gerät vom Netz nehmen und prüfen lassen. Oft folgenlos, aber das sollte eine Fachperson feststellen.
  • Passwort eingegeben: Sofort ändern (sauberes Gerät), Sitzungen beenden, Zwei-Faktor aktivieren, Konto auf Weiterleitungen prüfen.
  • Anhang geöffnet: Gerät sofort vom Netz, nichts weiter anfassen, IT alarmieren. Hier ist das Risiko am größten.
  • Geld überwiesen: Sofort die Bank anrufen und Strafanzeige erwägen.
  • Fernzugriff gewährt: Verbindung trennen, Gerät vom Netz, Passwörter ändern, Fachleute holen.

Was Sie jetzt nicht tun sollten

  • Nicht auf die Mail antworten und nicht erneut klicken, auch nicht „zur Kontrolle".
  • Nicht selbst aufräumen, löschen oder zurücksetzen.
  • Nicht aus Scham schweigen. Ein früher Hinweis ist ein Zeichen von Professionalität.
  • Nicht auf unaufgeforderte „Hilfsangebote" eingehen. Nach Vorfällen melden sich gern Betrüger.

Phishing und PHP2Shell

Seit der kritischen PHP-Lücke PHP2Shell (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619) nutzen Betrüger erfahrungsgemäß aktuelle Schlagzeilen als Aufhänger, etwa mit gefälschten Hoster-Mails („Bestätigen Sie Ihre Zugangsdaten, Ihre Website ist gesperrt"). Rufen Sie Ihren Kundenbereich immer selbst über die bekannte Adresse auf. Eine ungepatchte PHP-Version kann außerdem dazu führen, dass Ihre Website unbemerkt für Betrug missbraucht wird. Mehr dazu im Beitrag PHP2Shell: Seite oder Shop nicht erreichbar, wer hilft?

Praxen, Kanzleien und Unternehmen

  • Arztpraxen: Patientendaten sind betroffen, die Verantwortung liegt bei der Praxisleitung. Prüfen Sie Zugänge zu Praxissoftware und Telematikinfrastruktur.
  • Kanzleien: Verschwiegenheit und Fristen stehen auf dem Spiel. Prüfen Sie Postfächer, auch das beA.
  • Unternehmen: Prüfen Sie Buchhaltung, ERP, Cloud und Bankzugänge und informieren Sie Geschäftsleitung und Versicherung.

Meldepflichten: Sind personenbezogene Daten betroffen und besteht ein Risiko für die Betroffenen, sieht die DSGVO grundsätzlich eine Meldung an die Aufsichtsbehörde binnen 72 Stunden vor. Weitere Pflichten, etwa nach NIS-2, hängen vom Einzelfall ab. Stellen Sie die Frage am ersten Tag, nicht am dritten. Das ist keine Rechtsberatung.

So erkennen Sie Phishing heute

Rechtschreibfehler sind kein Erkennungszeichen mehr. Achten Sie auf:

  • Zeitdruck und Drohungen („binnen 24 Stunden gesperrt")
  • unerwartete Anhänge und Links, auch von bekannten Absendern
  • abweichende Link-Adressen (Maus darüberfahren)
  • QR-Codes, die zu Anmeldeseiten führen
  • geänderte Kontonummern auf Rechnungen und Anrufe von „Support" oder „Chef"

Im Zweifel nicht klicken, sondern den Absender über einen bekannten Weg anrufen.

Vorsorge, die wirkt

  • Zwei-Faktor-Anmeldung bei E-Mail, Cloud, Banking, Hoster und CMS
  • Getestete Backups, die ein Angreifer nicht mitverschlüsseln kann
  • Regelmäßige Updates, auch der PHP-Version Ihres Hostings
  • Kurze Schulungen ohne Schuldzuweisung und ein klarer Meldeweg, am besten im IT-Notfallplan für Praxen, Kanzleien und Mittelstand

So helfen wir nach einem Vorfall

  1. Einschätzung: Sie rufen an, wir sagen ehrlich, was jetzt Priorität hat.
  2. Eindämmen: Geräte und Konten sichern, Zugänge sperren, Weiterleitungen prüfen.
  3. Spuren sichern und Umfang klären: Welche Konten, Geräte, Daten und Systeme sind betroffen?
  4. Bereinigen und absichern: Schadsoftware entfernen, Zugänge erneuern, Lücken schließen.
  5. Meldepflichten vorbereiten: Wir liefern die technischen Fakten für Ihre Datenschutz- und Rechtsberatung.
  6. Nachbereitung: Dokumentation, Notfallplan, Backup-Test, Schulung.

Nicht die preiswerte IT, und das ist Absicht

Systemhaus.IT ist nicht der günstigste Anbieter und will es nicht sein. Wir bieten keine Gratis-Checks und keine Lockangebote. Unsere Hilfe ist kostenpflichtig, weil nach einem Vorfall Erfahrung, Sorgfalt und Verantwortung zählen. Termine vergeben wir nach Vereinbarung, damit wir uns für jeden Fall Zeit nehmen.

  • Bei uns melden sollten sich: Praxis-, Kanzlei- und Geschäftsinhaber, für die ein Vorfall Patienten, Mandanten, Daten oder Umsatz gefährdet, und die dafür angemessen investieren.
  • Wir sind nicht der Richtige für: Anfragen, bei denen der niedrigste Preis zählt, Gratiserwartungen und Spontanbesuche ohne Termin.

Was kostet Sie ein Ausfall? Auf systemhaus.in finden Sie unseren Ausfallrechner: Was kostet Sie eine Stunde IT-Ausfall wirklich? Branche, Mitarbeiterzahl und Ausfalldauer eintragen, berechnen. Eine echte Zahl statt Rätselraten.

So finden Sie uns

Berlin: Brandenburgische Str. 38, 10707 Berlin, im Zentrum am Adenauerplatz und Kurfürstendamm. Ansprechpartner für Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte, Schöneberg, Steglitz, Spandau.

Falkensee: Poststr. 26, 14612 Falkensee, im Zentrum direkt am Bahnhof, mit Shop und Werkstatt-Annahme. Ansprechpartner für Falkensee, Havelland, Oberhavel, Potsdam und Brandenburg.

Ihren Ansprechpartner finden Sie auf systemhaus.in/berlin: Alle 12 Berliner Bezirke und systemhaus.in/brandenburg: Ganz Brandenburg. Grau hinterlegte Kreise haben noch keine eigene Seite, rufen Sie uns trotzdem an, wir sind auch dort. Bundesweit unterstützen wir per Fernbetreuung.

Zweitmeinung nach einem Vorfall

Unsicher, ob die Bereinigung reicht oder eine Rechnung angemessen ist? Unser Geschäftsführer Herr Dennis Sattler gibt nach Vereinbarung eine fundierte Zweitmeinung. Mehr auf EDV-Gutachter und IT-Zweitmeinung: fundierte Einschätzung bei Vorfällen, Mängeln und Angeboten auf edv-gutachter.info.

Häufige Fragen

Was tun, wenn ich auf Phishing hereingefallen bin?

Gerät vom Netz trennen, nichts löschen, von einem sauberen Gerät Passwörter ändern, bei Geldbezug die Bank anrufen, IT einschalten und alles dokumentieren.

Ich habe nur geklickt. Ist das schlimm?

Oft folgenlos, aber lassen Sie es prüfen. Gerät vom Netz nehmen und Ihre IT informieren.

Kann ich überwiesenes Geld zurückholen?

Rufen Sie sofort Ihre Bank an und bitten Sie um Rückruf. Schnelligkeit erhöht die Chancen, garantiert sie aber nicht.

Muss ich den Vorfall melden?

Bei betroffenen personenbezogenen Daten und Risiko für die Betroffenen gilt grundsätzlich eine Frist von 72 Stunden. Klären Sie das mit Datenschutz- oder Rechtsberatung.

Wie komme ich zu einem Termin?

Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Termine gibt es nach Vereinbarung, in Berlin, in Falkensee, vor Ort bei Ihnen oder per Video. Bei akuten Vorfällen bitte direkt anrufen.

Was kostet die Hilfe?

Wir sind nicht der Günstigste und bieten keine Gratisleistungen. Nach einem ersten Gespräch nennen wir Ihnen ehrlich, womit Sie rechnen müssen.

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